» Weidengewächse

Zitter-Pappel, Espe, Aspe

Pópulus trémula L.
Pópulus = lat. Gattungsname, tremulans = lat. zitternd
Familie Salicáceae = Weidengewächse

Die Espen sind sprichwörtlich geworden für Zittern vor Angst: „Er zittert wie Espenlaub“. Das verdanken sie ihrem im Wind zitternden, leise klirrenden Laub, da sich ihre 3 bis 7 cm langen, eiförmigen Blätter schon bei einem leisen Windhauch bewegen und gegeneinander schlagen. Das kommt davon, dass die Blätter an langen dünnen Stielen hängen. Die Unterseite der hellgrünen Blätter ist heller, sodass bei Wind die hellere Blattunterseite sichtbar wird, was der Espe den Ruf, ein Wetterprophet zu sein, eingetragen hat.

Die Espen sind wie alle Pappeln raschwüchsig und anspruchslos, was den Boden betrifft. Da sie sich durch Flugsamen verbreiten (Pappelwolle) siedeln sie sich selbstständig dort an, wo es genügend Licht gibt – also eher am Waldrand. Sie sind in Mitteleuropa und Nordeuropa und bis Sibirien verbreitet.

Die Espe wird ein bis zu 30 m hoher Baum, dessen Schaft durchgehend bis in die Krone reicht.

Das weiche Holz ist in manchen Gegenden sehr beliebt als „billiger“ Holzlieferant in der Holzschleiferei, für Obstkisten, zur Zellulosegewinnung, für Schindeln, Schüsseln, Backtröge, für Kähne, als Blindholz für Möbel, zum Orgelbau und zur Zündholzherstellung etc.

Die hellolivengrüne Rinde dient zum Gerben und zum Gelbfärben.

Die Espe ist wie alle Pappeln zweihäusig. Ihre Kätzchen erscheinen schon im März und werden am Anfang ihrer Entwicklung vielleicht von manchen für Palmkätzchen gehalten. Dieses Erscheinungsbild der Kätzchen verschwindet aber rasch, sie strecken sich und die weiblichen Kätzchen entwickeln dunkle Schuppen und tiefrote Narben, die männlichen Kätzchen tiefrote Staubbeutel. Sie sind im Frühling wichtig als Nahrungsquelle für unsere Bienen.

Die Espe findet in neuerer Zeit auch bei uns wieder mehr Beachtung, nämlich als Kreuzungspartner für noch anspruchslosere und raschwüchsigere Pappelarten.


Sal-Weide, Palm-Weide

Sálix cáprea L. (lat. Sálix = Gattungsname, Adjektiv cáprea = für Ziegenfutter geeignet)

Lorbeerblättrige Weide

Salix daphnoide (griech. dáphne = Lorbeer)
Familie Salicáceae (Weidengewächse)

Der deutsche Name Weide (Wide) kommt aus dem Griechischen, wo itéa Weide bedeutet. Das lateinische Wort Salix hat den gleichen Ursprung wie das althochdeutsche Wort Salaha, möglicherweise vom keltischen Wort sal lis = nahe am Wasser.

Von den Weiden gibt es etwa fünfhundert verschiedene Arten und sie haben bestimmte Eigenschaften gemeinsam. So wachsen sie gerne an Flüssen und Bächen mit grundwassernahem Boden. Sie sind zweihäusig, das heißt männliche und weibliche Blüten (Kätzchen) sitzen auf verschiedenen Bäumen. Die männlichen Blüten sind leicht zu erkennen, denn sie überziehen sich, wenn sie voll erblüht sind, mit gelben Staubbeuteln.

Auch die Menschen freuen sich über die ersten blühenden Zweige nach dem Winter und stellen den Palmkatzerln stark nach.

Das Holz der Weiden ist leicht und biegsam und wird seit jeher zum Flechten von Körben verwendet (Korb-Weide).

Weidenrinden enthalten Gerbstoffe und werden zum Gerben von feinem Leder genützt. (Handschuhleder, Juchtenleder)

Für die Verbreitung der Samen setzen die Weiden auf den Wind. Ihre Samen werden mit „Wollbüscheln“ ausgestattet, damit sie besser segeln können.

Die Sal-Weide hat ihr Verbreitungsgebiet in Europa bis Asien und ist nicht nur an Flussläufen, sondern auch in Wäldern anzutreffen. Sie wächst als dickästiger sparriger Strauch. Ihre Blätter sind deutlich gestielt, bis 12 cm lang, eiförmig mit kurzer etwas zurückgebogener Spitze. Die Blattunterseite ist bläulichgrün, behaart und hat ein hervortretendes Adernnetz. Die kleinen Nebenblätter am Blattstielansatz fallen bald ab, zum Unterschied von der Ohren-Weide, bei der die Nebenblätter bis zum Herbst am Baum bleiben.