» Walnussgewächse

Walnuss, Welschnuss

Júglans régia L.
(lat. júglans = zusammengezogen aus Jovis glans = Eichel des Jupiters, lat. regia = königlich)
Familie Walnussgewächse (Juglandaceae)

Ihre ursprüngliche Heimat hat die Walnuss wahrscheinlich in Kleinasien und Griechenland. Die Römer förderten den Anbau von Walnussbäumen in ihrem Imperium, doch gibt es Indizien, dass die Walnuss in Europa schon in der Pfahlbauzeit bekannt war. Im 18. Jhdt. entwickelte sich aus dem Wort Welschnuss (welsch ist ein alter Begriff für italienisch) der Name Walnuss. Nach der Entdeckung Amerikas fand ein reger Austausch von Pflanzen zwischen der Alten Welt und der Neuen Welt statt, wobei die Alte Welt ungleich mehr profitierte. Man denke nur an die Kartoffel, den Mais, den Kakao, die Sonnenblume, den Paprika, die Tomate, den Kaktus, die Agave, den Tabak, etc. Aber die Walsnuss wurde von Europa in die Neue Welt gebracht und heute ist Kalifornien der weltgrößte Exporteur von Walnüssen.

Die Walnuss ist ein bis zu 20 m hoher Baum mir kurzem Stamm und weit ausladender Krone. Wenn sie Konkurrenz um das Licht hat wie z.B. im Wald, kann sie auch höher werden. Was den Boden betrifft, ist sie nicht anspruchsvoll, jedoch etwas frostempfindlich. Sie hat ein tiefgreifendes Pfahl-Herzwurzelsystem, aus dem wunderschöne Wurzelmaserfurniere geschnitten werden können. Ein Walnussbaum muss mindestens 10 Jahre alt sein, dass er das erste Mal Nüsse liefert, doch dann kann er über 100 Jahre lang Nüsse tragen. Im Volksglauben ist der Walnussbaum fest verankert. Er ist ein Fruchtbarkeitssymbol. So ist es sicher, dass im folgenden Jahr besonders viele Buben zur Welt kommen, wenn die Nussernte besonders gut war. Für heiratswillige Mädchen bietet der Walnussbaum ein Orakel. Wirft das Mädchen einen Stock in die Krone des Baumes und fällt er nicht mehr herunter, begegnet sie bald darauf ihrem Bräutigam. Im Christentum wurde die Walnuss ein Symbol für Christus oder die Kirche. Der Kern wäre das süße Fleisch Christi, die harte Schale das Kreuz etc. Andererseits wurde der Baum für Mönche und Pfarrer zum Inbegriff für Wollust und Sünde, weil sie glaubten, dass Hexen und andere wollüstige Frauen Orgien unter dem Baum der Fruchtbarkeit feierten. Der Walnussbaum besitzt unpaarig gefiederte 20 bis 30 cm lange, ganzrandige elliptische Blätter mit deutlichen Stielen. Wenn man die Blätter reibt, verströmen sie einen angenehmen typischen Duft.

Dieser Geruch hält die Gelsen fern. Ein Absud der Blätter schützt Menschen und Tiere gegen Fliegen und Mücken. In der Volksmedizin und in der Naturheilkunde wird er noch heute gegen Anämie, Diabetes, Durchfall, Darmparasiten, Frostbeulen und Wunden eingesetzt.

Der Baum ist eine so genannte einhäusige Pflanze, das heißt er besitzt männliche Blüten als hängende Kätzchen, die schon im Herbst an den vorjährigen Trieben knospen und weibliche Blüten, die endständig an den Maitrieben erscheinen. Die weiblichen Blüten erblühen einige Wochen später als die männlichen, um die Selbstbefruchtung des Baumes zu minimieren. Im Oktober werden die Nüsse reif. Sie besitzen eine grüne Schale, die aus Blattorganen gebildet wird, so sind sie botanisch gesehen echte Nüsse. Platzt die grüne Schale auf, sind die Nüsse erntefähig und fallen großteils von selbst zu Boden. Eichkätzchen und Krähen holen sie und legen sich Vorräte an. Wird ein Vorratslager „vergessen“, verhelfen sie den Nüssen zu idealen Keimbedingungen. Unreife Nüsse enthalten viel Vitamin C und werden zu kandierten Nüssen oder zu Nusslikör oder Nussschnaps verarbeitet. Kocht man die grünen Nussschalen, kann man mit dem Absud Haare braun färben. Nüsse müssen nach der Ernte sofort getrocknet werden, weil sie leicht Schimmel ansetzen. Je nach Größe, Form oder Härte der Schale unterscheidet man (laut Verkaufskatalog) 100 verschiedene Sorten von Nüssen. Der Nusskern enthält einen Fettanteil bis zu 60 %, davon hauptsächlich die für das Herz gesunden Omega 3 Fettsäuren, 11 % Eiweiß, der Rest sind Kohlehydrate, Vitamine und Spurenelemente wie z.B. Zink und Kalium. Walnüsse haben in der österreichischen Mehlspeisküche einen fixen Platz. Ungezählt sind die Rezepte für Nusskekse oder Nusstorten. Es gibt sogar Walnusseis und kein Nikolaus darf darauf vergessen, Walnüsse mitzubringen.

Das Holz des Walnussbaumes ist als Edelholz besonders wertvoll. Es ist feinfaserig, erscheint in vielen Brauntönen und eignet sich besonders gut zur Herstellung von Furnieren mit lebendiger Zeichnung. Je nach Herkunft der Bäume und Modeerscheinungen variieren die Farbtöne und die Streifungen. So war vor ca. 70 Jahren die kaukasische Nuss für Möbel besonders gefragt, heute bevorzugt man hellere Sorten. Für Gewehrkolben und Schäfte war das Walnussholz bestens geeignet, so dass in Kriegszeiten die Bäume stark dezimiert wurden.


Schwarzer Walnussbaum

Júglans nigra L. (lat. nigra = schwarz)
Familie Walnussgewächse (Júglandaceae)

Die Schwarze Walnuss erträgt raues Klima besser, weil sie nicht frostempfindlich ist. Daher wird sie zur Holzgewinnung häufig in Wäldern angesetzt. Ihre Früchte sind kugelrund, lösen sich nicht aus der grünen Schale und sind ungenießbar.