» Spindelbaumgewächse

Pfaffenhütchen, Pfaffenkapperl, Spindelbaum

Euónymus europaeus L. (griech. eu=gut, enoma = Name, soviel wie guter Name, lat. Europaeus = in Europa wachsend)
Familie Celastracéae (Spindelbaumgewächse)

Die deutschen Namen Spindelbaum und Pfaffenkäppchen weisen darauf hin, dass das sehr harte gelblichweiße Holz zu Spindeln verarbeitet wurde bzw. die auffallenden hübschen Früchte an das Barett katholischer Geistlicher erinnern (Pfaffenkapperl).

Der Spindelbaum ist ein bis zu 6 m hoher sperriger Strauch oder seltener kleiner Baum, der gern an Wegrändern oder in Hecken wächst und kalkhaltigen Boden liebt. Er kommt in ganz Europa bis Westasien vor. In lichten Laubwäldern wächst er auch als Unterholz.

Besonders im Herbst sind die Pfaffenkapperl ein prachtvoller Anblick. Ihre elliptischen bis 10 cm langen Blätter färben sich rot und bilden zu den fünfklappigen rosa Fruchtkapseln, aus denen orange Fruchtbecher hervorlugen, einen spektakulären Kontrast.

Die Blüten, die Ende Mai oder Anfang Juni erscheinen, sind eher unscheinbar gelbgrün und besitzen 4 Blütenblätter. Durch Verkümmern werden die Blüten oft eingeschlechtlich. Die jungen Zweige des Spindelbaumes wirken durch Korkleisten vierkantig. Korkwarzen an den jungen Zweigen sind ebenfalls typisch für den Spindelbaum. Es gibt sogar eine östliche Art, den Warzenspindelstrauch (Euonymus verrucosa), dem seine zahlreichen Warzen zum Namen verholfen haben und dessen Früchte die Farben Gelbrot und Blutrot mit schwarzen Samen kombinieren.

Die Früchte, ebenso Blätter und Rinde enthalten ein bitteres giftiges Öl, das stark brecherregend wirkt. Vögel fressen jedoch die Samen, ohne davon Schaden zu nehmen. Die Samen keimen erst nach einigen Jahren.

Die Früchte wurden früher in Fett verrieben gegen Kopfläuse verwendet. Aus den ölhaltigen Samen (bis 55 % Öl) wurde Seife hergestellt. Die Wurzeln enthalten in der Rinde 10 bis 14 % Guttapercha, dessen Gewinnung in Notzeiten immer wieder versucht wurde.

An den Knospen des Spindelbaumes legt die Schwarze Bohnenlaus ihre überwinternden Eier ab.