» Pimpernussgewächse

Pimpernuss, Klappernuss

Staphylia pinnáta L.
(griech. staphylia = Traube, lat. pinnáta = gefiedert)
Familie Staphyléaceae (Pimpernussgewächse)

Die Pimpernuss stammt aus dem Kaukasus. Ihr Verbreitungsgebiet reicht bis an den nordwestlichen Rand der Alpen und nördlich bis zum Dnjepr, wobei sie wärmere Gegenden und Kalkböden bevorzugt. Vor der Eiszeit war sie in ganz Europa heimisch. Sie konnte die Eiszeit aber nur in den besagten Gebieten überdauern.

Die Pimpernuss ist ein hübscher bis 5 Meter hoher Strauch mit unpaarig gefiederten langgestielten Blättern. Beachtet man nur ihre Blätter, könnte man sie leicht mit der Esche verwechseln, die allerdings 12 bis 16 Fiederblättchen hat, während es die Pimpernuss höchstens auf 7 Fiederblättchen pro Blatt bringt.

Sehr schön sind ihre Blüten. Im Mai, wenn schon die grünen Blätter vorhanden sind, hängen an den Spitzen der Zweige auffallende bis 12 cm lange weiße Blütentrauben mit glockigen Blütenkronen. Die Blütenknospen können in Salzlacke eingelegt als Kapernersatz dienen. Im Kaukasus sind die Blütenknospen und Blüten als Gemüse (Dshondsholi) sehr beliebt.

Die Früchte der Pimpernuss reifen zu Sommerende und bestehen aus einer bis zu 4 cm langen, blasig aufgetriebenen 2 bis 3 fächrigen Kapsel, mit jeweils einem erbsengroßen bräunlichen Samen je Kapsel. Wenn man die reife Samenkapsel schüttelt, hört man das Klappern der harten Samen. Daher kommt der Name Pimpernuss oder Klappernuss.

Die ölreichen Samen sind essbar, wirken aber leicht abführend. Sie wurden besonders von Männern gerne verzehrt, galten sie doch als potenzsteigernd. Diesen Ruf dürfte die Pimpernuss allerdings der Form ihrer Samenkapseln verdanken, die einem oberflächlichen Betrachter einem Skrotum gleichen mag.

Im Mittelalter gab es in der europäischen Medizin die sogenannte Signaturlehre. Man meinte, dass die Pflanze oder das Tier durch bestimmte Merkmale „Zeichen“ gäben, wofür sie Heilkräfte besäßen. So wirkte eine gelbe Spinne gegen Gelbsucht, das aufgerichtete Horn des Nashorns gegen Impotenz, etc.

Das wertvolle Holz der Pimpernuss ist sehr hart, von gelblichweißer Farbe und wird für Drechslerarbeiten sehr geschätzt.