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Tintenfischpilz

Anthurus archeri
anthurus asteroeformis
(lat. anthurus = Blütenblatt, archerie nach dem irischen Mykologen Archer, lat. asteroeformis = sternförmig)
Familie Fungi (Pilze)

Der Tintenfischpilz wurde in Europa erst 1914 in den Vogesen entdeckt. Es wird vermutet, dass er mit Wolle oder Militärverpflegung aus Australien oder Neuseeland eingeschleppt worden ist.

In Deutschland konnte er das erste Mal im Jahre 1934 in der Rheinebene bei Karlsruhe gefunden werden. Heute kommt er zwar selten, aber doch in ganz Mitteleuropa vor.

Der seltene Gitterling (Clathrus ruber) ist ein in Europa heimischer Verwandter des Tintenfischpilzes. Pilze gehören zu den saprophytischen Pflanzen.

Sie haben kein Blattgrün und ernähren sich von abgestorbenen Pflanzenresten. Daher sind sie für die Bodenaufbereitung des Waldes nützlich. Ihr Pflanzenkörper besteht aus dem so genannten Mycel. An die Oberfläche kommt nur der Fruchtkörper, der die reifen Sporen trägt.

Der Name Tintenfischpilz umschreibt sehr treffend die Form dieses schönen und interessanten Pilzes. Er ist leuchtend orange-rot und verströmt einen intensiven aasartigen Geruch. Fliegen werden von diesem Geruch unwiderstehlich angezogen.

Mittels Glebraschleim heften sich die Sporen an den Fliegen an und werden so von diesen verbreitet. Der Fruchtkörper entwickelt sich unterirdisch (Mycel) und stößt als kleines „Hexenei“ an die Bodenoberfläche.

Bei Reife reißt die Exoperidie am Scheitel auf und die eingeschlossenen 4 – 6 Arme strecken sich in die Höhe und breiten sich bald tintenfischarmig aus. (Länge 40 bis 70 mm) Der weißliche, zylinderförmige hohle Stiel ist von schwammiger poröser Konsistenz. Für den menschlichen Genuss ist der Tintenfischpilz nicht geeignet.

Fundort: Waldparadies Schaunburg, rechter Teil unter einer Espe. 28. Juni 2007