» Moose

Moose

Bryum griech. = Birnmoos (bryon = griech. Grüne Meeresalge, Meersalat)

Jedermann kennt „Moos“, doch wer kann schon eine Moosart von der anderen unterscheiden? Die 500 verschiedenen Moosarten richtig zu bezeichnen und zu erforschen, die es allein in Österreich gibt, damit beschäftigen sich die Bryologen, die von ihrem Hobby oder ihrer Wissenschaft oft geradezu leidenschaftlich schwärmen. Moose gehören zu den ältesten Pflanzen der Erde überhaupt. Sie existierten schon im Erdzeitalter Silur vor 380 Mio. Jahren, als sich die Blütenpflanzen noch nicht entwickelt hatten. Noch bis ins späte Mittelalter unterschieden die Menschen nicht zwischen Algen, Moosen, Flechten und Bärlappgewächsen. Angeblich soll es solche Menschen auch heute noch geben. Im Volksglauben spielte das Moos zur Dämonenabwehr eine Rolle, in der Volksmedizin als antiseptisches Mittel, das Lebermoos galt als Leberheilmittel. In Japan stellt man aus Moos ein Antikrebsmittel her. Dass Moos ein idealer Wasserspeicher ist, ist allgemein bekannt. Manche Moose können das 5-fache, Torfmoose das 15-fache ihres Trockengewichtes an Wasser aufnehmen. Das Vorhandensein von genügend Moos kann sich gegen Überschwemmungen und Dürreperioden günstig auswirken. Wichtig für die Ökologie eines Lebensraumes ist die Eigenschaft der Moose, Feinstäube und Schadstoffe aus der Luft herauszufiltern. Bei zu großer Belastung sterben gewisse Moosarten aber dann doch ab und werden so zu „Bioindikatoren“. Der Fachmann erkennt an den Moosen, die noch gedeihen können, den Grad der Luftgüte. Weil Moose Staub aus der Luft herausfiltern und Wasser speichern, können sie unwirtliche Flächen oder Felsen überziehen und so die Humusgrundlage für „höhere Pflanzen“ bilden. Sie können auch Bäume bewachsen (epiphytisch), nehmen ihnen aber keine Nährstoffe weg. Moose sind der Lebensraum von zahlreichen Kleinstlebewesen, von denen wiederum die Vögel profitieren.

Moose gehören zu den Sporenpflanzen und besitzen daher weder Blüten noch Früchte. Auf der Moospflanze gibt es männliche und weibliche Geschlechtszellen, die frei aufliegen. Die männlichen Spermazellen werden vom Wasser zu den weiblichen Eizellen geschwemmt. Aus den befruchteten Eizellen wachsen die eigentlichen Sporenpflanzen. Sie bestehen meist aus einer winzigen Blattrosette, einem Stängel und einer Sporenkapsel. Da solche Sporenpflanzen sogar oft parasitisch auf ihren Mutterpflanzen wachsen, werden sie von Laien gar nicht als eigene Pflanze aufgefasst. (Siehe Haarmützenmoos!).

Die winzigen Sporen werden durch den Wind verbreitet oder mit der Erde verschleppt. Liebhaber von Kurzrasen können darüber ein Lied singen. Weil kurz geschnittenes Gras genügend Licht durchlässt und der Rasensprenger noch für das nötige Wasser sorgt, ist es der ideale Lebensraum für Moose. Weil der Tierfreund nicht zu Gift greifen wird, da er damit den Vögeln schaden würde, bleibt ihm nur die Harke oder die nur zwei Mal im Jahr zu mähende Blumenwiese, die das unerwünschte Mooswachstum verhindert.