» Kreuzdorngewächse

Faulbaum, Pulverholz

Rhámnus frángula L. (griech. rhámnus = Name für verschiedene Kreuzdornarten,
lat. frángere = brechen)
Familie Kreuzdorngewächse (Rhamnáceae)

Der Faulbaum ist in Europa, Vorder- und Mittelasien beheimatet. Sein Verbreitungsgebiet reicht im Norden bis Sibirien, im Süden bis Nordafrika.

Der Faulbaum wächst als bis zu 3 m hoher Strauch oder kleinerer Baum und stellt wenig Ansprüche an den Boden. Seine Rinde ist glatt, dunkelbraun und trägt an jungen Zweigen längliche Korkwarzen.

Die abgezogene Rinde verbreitet einen fauligen Geruch, was ihm den Namen Faulbaum eingetragen hat. Würde man die frische Rinde einnehmen, führte das zu Magen- und Darmbeschwerden und zum Erbrechen. Wird die Rinde jedoch 1 Jahr lang gelagert, oxidieren die Wirkstoffe zu Anthrachinonen und der Tee daraus gekocht wirkt nur auf den Dickdarm abführend und schonend auf die empfindlicheren Darmteile.

Mit der Rinde färbte man früher Haare und erzielte eine gelbbraune bis rotbraune Tönung. Auch zum Färben von Stoffen wurde die Rinde verwendet.

Die Blätter sind eiförmig an kurzen meist behaarten Stielen sitzend und dienen den Raupen des Zitronenfalters als Futterpflanze.

Die Blüten erblühen ungefähr gleichzeitig mit den Apfelblüten Ende April und verströmen einen betörenden süßen Geruch, der unwiderstehlich auf Bienen wirkt und auch für menschliche Nasen über weite Strecken hin wahrnehmbar ist.

Die weißen fünfzipfeligen Blütchen sitzen in achselständigen Trugdolden. Die etwa erbsengroßen Früchte haben die Eigenart, dass sie erst grün, später rot und schließlich schwarz werden, wobei auf einem Zweig immer mehrere Reifestadien gleichzeitig zu finden sind. Die Steinfrüchte sind ungenießbar, für kleine Kinder sogar giftig. Auch die Früchte wurden zum Färben verwendet und man erzielte damit zitronengelbe Farbtöne.

Das Holz des Faulbaums verbrennt mit geringen Aschenrückständen und niedriger Graphitierung, wodurch es zur Schießpulverherstellung bestens geeignet ist. Daher stammt auch der zweite Name „Pulverholz“ für Faulbaum.

Seit der Einführung des Zellulosenitrats wurde das Pulverholz aber aus der Herstellung des Schießpulvers verdrängt.