» Korbblütengewächse

Große Klette

Árctium láppa (Láppa major)

Kleine Klette

Árctium minus
(griech. árcteion = Bär, griech. labein = ergreifen, lat. major = groß, lat. minus = klein)
Familie: Asteráceae (Compósiteae) (Korbblütengewächse)

Die Klette ist sprichwörtlich geworden für unerwünschte Anhänglichkeit. Wenn man von einem Menschen sagt, er sei wie eine Klette, so ist das etwas Negatives. Dabei ist das System, das die Klette benützt, um ihre Früchte zu verbreiten, genial. Die Hüllblätter der Blüten haben hakig verbogene Grannen, die sich bei Fruchtreife an alles, was vorübergeht, sei es Mensch oder Tier anhängen und nur mühsam wieder abgestreift werden können. So sorgt die Klette für ihre Samenverbreitung. Dieses System der kleinen Häkchen haben sich menschliche Erfinder abgeschaut und den Klettverschluss geschaffen. Es gibt etwa 10 Arten von Kletten, die ihre natürliche Verbreitung in Europa Nordafrika und im westlichen Asien haben. Einige Arten haben sich aber schon auf der ganzen nördlichen Hemispäre „angedockt“ und gelten als Neophyten.

Kletten sind uralte Heilpflanzen, die schon der griech. Arzt Dioskurides in seiner materia medica (Arzneimittellehre) beschrieb. Auch dem Römer Plinius d. Älteren waren sie bekannt. Die Kletten sind mehrjährige krautige Pflanzen und können eine Wuchshöhe bis zu 3 m erreichen. Ihre aufrechten Stängel sind meist verzweigt und besonders die Große Klette besitzt sehr große (bis 30 cm) herzförmige Blätter, die an der Unterseite leicht behaart sind.

Die kugeligen Körbchenblüten die bis zu 3,5 cm groß werden, sind rispig angeordnet und haben nur Röhrenblüten in rötlicher bis violetter Farbe. Die Hüllblätter der Röhrenblüten tragen Haken, die zuerst weich sind und sich bei Fruchtreife versteifen. Beim Andocken brechen die kugeligen Samenstände als Ganzes ab. Früher war es ein beliebtes Kinderspiel, sich gegenseitig mit Kletten zu bewerfen. Heute gibt es ein Spielset im Handel, das sich Klettball nennt. Eine blühende Klette ist eine prachtvolle Pflanze, die aber aus den bekannten Gründen bei Gärtnern nicht recht beliebt ist. Dabei ist sie, was den Boden und die Pflege betrifft, anspruchslos. Sie gedeiht auch auf stickstoffreichen, lehmigen Boden oder auf Schuttplätzen. Wilde Kletten sind heute schon selten geworden.

In der Heilkunde verwendet man vor allem die getrockneten Wurzeln, die im Handel als Radix Lappae angeboten werden. Ihre Inhaltsstoffe sind Lignane, Schleimstoffe und ätherische Öle und sie sollen gegen Kopfschuppen, Haarausfall, unreine Haut etc. wirken (Klettenöl). Auch der Absud aus Wurzeln und Blättern wird angewendet. In der Volksheilkunde werden Klettenextrakte gegen Gelenk­rheuma, Geschwüre, Magenbeschwerden, Wundheilung, ja sogar gegen Gebärmuttersenkung empfohlen.