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Kermesbeere

Phytolacca americana
(griech. Phyto = Pflanze, ital. Lacca = Lack, americana = amerikanisch arabisch kermes = rot)
Familie Phytolaccaceae (Kermesbeerengewächse)

Die Kermesbeere stammt aus Nordamerika. Schon die Indianer stellten aus Kermesbeeren einen roten Farbstoff her, mit dem sie Körbe, Felle und Leder färbten. Das spezielle Rot der Kermesbeere wurde Poke, American Night Shade oder Cancer Root genannt.

Auch zum Färben von Rotwein wurde sie verwendet und deshalb führte man die Kermesbeere in Europa ein. Ludwig XIV ging mit rigorosen Strafen gegen die Weinverfälschung vor und setzte für dieses Delikt sogar die Todesstrafe aus.

Die gesamte Pflanze, vorwiegend aber die Wurzeln und die Samen, enthalten Triterpensaponine, daher sollte ein Erwachsener nicht mehr als 10 reife Kermesbeeren genießen, Kinder entsprechend weniger. Die jungen Triebe und Blätter können gekocht als Gemüse genossen werden.

Die Indianer verwendeten die Kermesbeere als Rheumamittel, die moderne Homöopathie nützt sie bei Grippe, Angina und Rheumatismus.

Die einjährige, sehr dekorativ wirkende Pflanze wird bis zu 3 m hoch und bildet eine mehrstängelige rotüberlaufende Staude mit großen, spitz eiförmigen grünen Blättern.

An den Spitzen der Triebe erscheinen im Frühsommer viele duftig wirkende weiße oder rötliche Blütchen in dichten Trauben. Jede bis 3 mm breite Einzelblüte besitzt 5 Blüten­hüllblätter, 10 Staubblätter und 10 freie Griffel auf dem oberständigen Fruchtknoten. Im Herbst werden die glänzenden schwarzen Beeren reif.

Die Kermesbeere ist wärmeliebend und ist daher im Mittelmeerraum auch verwildert anzutreffen. An den Boden stellt sie nicht viele Ansprüche und kann Unkrautflächen besiedeln. In Mitteleuropa ist sie wild wachsend eher selten und nur an klimatisch günstigen Stellen anzutreffen.