» Haselgewächse

Hasel, Haselnuss

Córylus avellana L.
(Córylus = griech. Ursprungs von karyon = Kern, Nuss,
abellana = abellanische Nuss, Abella = Stadt in Kampanien)
Familie Coryláceae (Haselgewächse)

Der Haselstrauch ist ein Mittel- bis Großstrauch von drei bis sechs Meter Höhe mit vielen Stockschößlingen und Wurzelbrut. Weil der Haselstrauch den Wind für die Bestäubung seiner Blüten ausnützt, wächst er meist an Waldrändern oder an Stellen, wo die Luft frei durchstreichen kann.

Der Haselstrauch ist einhäusig und getrennt geschlechtlich. Die männlichen Blütenkätzchen hängen an biegsamen zarten Zweigenden und werden vom Wind richtiggehend ausge­schüttelt, sodass der trockene Pollenstaub wegfliegen kann.

Die weiblichen Blüten sitzen wie bräunliche Blattknospen an den Zweigen und besitzen an der Spitze purpurrote fadenförmige klebrige Narben, an denen die Pollen hängen bleiben und so für die Befruchtung sorgen.

Weil die Kätzchen bereits im Spätsommer für das nächste Jahr angelegt werden, können sie schon Ende Februar blühen und läuten so die schwierige Zeit für Pollenallergiker ein. Für den Haselstrauch hat das frühe Blühen vor dem Erscheinen des Laubes im Laubwald den Vorteil, dass die Pollen in ihrem Flug von dem Blattwerk nicht behindert werden.

In den Städten wird in jüngerer Zeit gerne die kleinasiatische Verwandte des Haselstrauches, die Baumhasel (Córylus colurna) als Parkbaum gepflanzt. Die in den Geschäften erhältlichen Haselnüsse als Backzutat stammen aber meist von der südeuropäischen Lamberts-Hasel (Córylus maxima) ab. Die verschiedenen Arten der Hasel haben ähnliche herzförmige Blätter mit gesägtem Rand, sodass sie besser an den verschiedenen Früchten bzw. Fruchtbechern unterschieden werden können.

Im Spätsommer werden die 1 bis 2 cm langen hellbraunen Nüsse mit deutlicher Spitze, harter holziger Schale mit großem „Nabel“, der in einem gezähnten Fruchtbecher sitzt, reif. Bei der Verbreitung seiner Samen setzt der Haselstrauch auf Tiere, die Vorräte anlegen wie Eichhörnchen, Häher, Spechte und Krähen, die die Nüsse vergraben. Da diese Tiere im Winter nicht alle Nüsse wiederfinden, können die Samen dann keimen.

Das Holz des Haselstrauches ist feinringig, rötlichweiß, leicht und vor allem biegsam. Das hat ihm zu einer unliebsamen Verwendung als Erziehungshilfe in der alten Prügelschule verholfen. Als Wünschelrute dient das Haselholz noch heute. Außerdem werden Haselzweige für Fassreifen, Flechtruten und Klärspäne zur Essigbereitung verwendet.

Die Nüsse enthalten zu 50 bis 60 % ein wertvolles Speiseöl, was bedeutet, dass sie nicht gerade zu den Schlankmachern zählen. In der österreichischen und in der orientalischen Küche werden sie aber für süßes Backwerk sehr geschätzt.


Hainbuche, Weißbuche

Cárpinus bétulus (lat. Cárpinus = Artname, bétulus = birkenähnlich)
Familie: Coryláceae (Haselgewächse), manchmal auch zu Betuláceae (Birkengewächse) gestellt

Der Namen Buche täuscht. Die Hainbuche ist enger mit der Hasel oder der Birke verwandt, als mit der Rot-Buche, die ihrerseits wiederum mit der Eiche verwandt ist.

Die Weißbuche hat aber ein ähnliches Verbreitungsgebiet in Europa wie die Rot-Buche, nur reicht es weiter nach Osten.

In den Hügelländern und Ebenen ist sie in Laubmischwäldern bestandsbildend. Sie erträgt sowohl volles Sonnenlicht als auch stärkere Beschattung im Walde und ist ziemlich frosthart. Ihr großes Ausschlagsvermögen prädestiniert sie für die Anlage von Hecken.

Die Hainbuche kann bis zu 30 m hoch werden, wirkt aber eher schlank, weil sich ihr Stamm rasch nach oben verjüngt.

Ihre weißgraue Rinde ist fast immer glatt, aber manchmal rautenförmig gestreift. Häufig kommt Drehwuchs vor. Ihre 12 cm langen eiförmigen Blätter sind oben zugespitzt und haben bis zu fünfzehn Seitennervenpaare. Auf der Blattunterseite finden sich meist einige Haarbüschel.

Die Hainbuche ist einhäusig und hat männliche und weibliche Blüten. Die männlichen Blüten sind bis 5 cm lange bräunliche Kätzchen an vorjährigen Trieben, die weiblichen Blüten sitzen meist paarweise an der Spitze diesjähriger Triebe als grüne Kätzchen mit blassroten Narben. Ihre Bestäubung erfolgt durch den Wind, obwohl zur Blütezeit Ende April, Anfang Mai schon Blätter am Baum vorhanden sind.

Im Oktober werden die bis 9 mm langen braunen Nüsschen, die mit einem dreilappigen Deckblatt als Flugvorrichtung ausgestattet sind, reif. Die Samen keimen erst im zweiten Frühjahr.

Das Holz ist gelblichweiß (Name Weißbuche), sehr hart und schwer. Es eignet sich vorzüglich für Werkzeuge, Holzschrauben, Räder, Keile und für Drechslerarbeiten.