» Hartriegelgewächse

Hartriegel, Roter Hartriegel, Roter Hornstrauch

Córnus sánguinea L. (lat. córnus = Horn, sánguinea = blutig, blutfarben)
Familie Cornáceae (Hartriegelgewächse)

Der Hartriegel ist fast in ganz Europa mit Ausnahme des hohen Nordens verbreitet. Er bevorzugt allerdings trockenwarme Standorte. Häufig ist er in lichten Laubwäldern, Auwäldern oder in Hecken anzutreffen.

Der Hartriegel wächst als zwei bis vier Meter hoher Strauch mit knickig gebogenen sparrigen Ästen. Er bildet reichlich Absenker, Wurzelbrut und hat obendrein ein hohes Stockausschlagvermögen. All das prädestiniert ihn als Heckenpflanze, die allerdings oft zurück geschnitten werden muss.

Die kahlen Zweige färben sich im Winter blutrot, im Schatten auch gelbgrünlich, was als Effekt für den winterlichen Garten ausgenützt werden kann.

Die vier bis acht cm langen, eiförmigen zugespitzten Blätter haben ein tiefes Grün. An der Unterseite sind die Blätter bläulichgrün und tragen kleine Haarbärtchen in den Nervenwinkeln.

Zur Hauptblütezeit im Mai (manchmal blüht der Hartriegel im September noch einmal) erscheinen zahlreiche schirmförmige weiße Trugdolden an den Zweigenden. Die Kronen der einzelnen Blütchen sind vierzipfelig.

Die Früchte sind nicht ganz erbsengroße kugelige Beeren mit einem zweisamigen Steinkern. Ihre schwarzblaue Farbe macht sie für Vogelaugen sehr auffällig und so bleiben sie nicht lange unentdeckt. Für Menschen gelten sie als ungenießbar. Ihre Kerne wurden aber zahlreich in Pfahlbausiedlungen vorgefunden.

Allerdings liefern die Früchte einen qualitätsvollen Farbstoff, der zum Graufärben von Handschuhen verwendet wird. Die Samen enthalten 30 bis 50 % Öl, das zu Brennzwecken oder zur Seifenherstellung diente. Es könnte aber auch als Speiseöl genützt werden.


Kornelkirsche, Herlitze, Dirndl

Córnus más L. (lat.= Córnus = Horn, hartes Holz, más = männlich, rau, derb)
Familie Cornáceae (Hartriegelgewächse)

Der 2 bis 5 m hohe Strauch oder Baum hat ein großes Ausschlagsvermögen, weshalb er leicht Hecken bildet. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Kleinasien bis Südosteuropa.

Die Kornelkirschen sind die ersten Bäume, die schon Ende Februar – Anfang März blühen. Zarte gelbe Blütchen überziehen die kahlen Zweige und künden so das unaufhaltsame Kommen des Frühlings an und bieten neben den Palmkätzchen die erste Bienenweide. Daher werden sie auch gerne in Gärten oder Parks angepflanzt.

Die Früchte sind länglich elliptisch, leuchtend rot mit einem länglichen Steinkern und essbar. Vollreif sind die Früchte erst, wenn sie beginnen, abzufallen.

Es kann aus ihnen eine ausgezeichnete Marmelade zubereitet werden, die ob ihrer pikanten Säure ähnlich wie Preiselbeer­marmelade verwendet werden kann. Sie passt aber auch sehr gut zu Süßspeisen, wie Topfenknödel oder Palatschinken. Eine außergewöhnliche Nachspeise kann man aus Kornelkirschen­marmelade, Staubzucker und Joghurt (3,6 % Fett) herstellen.

Ein Problem bei der Marmeladenbereitung stellt das Entkernen dar. Die relativ kleinen Früchte von ihren großen Kernen zu befreien ist eine langwierige Arbeit, die sich nur für Liebhaber der Kornelkirschenmarmelade lohnt. Auch Fruchtsaft aus Kornelkirschen ist bei Kennern sehr beliebt. Die Kornelkirschen wurden im Mittelalter in Klostergärten angepflanzt. Die Früchte wurden als Heilmittel gegen Darmkatarrh genutzt.

Das Holz hat einen rötlichweißen Splint und einen rotbraunen Kern. Es ist äußerst hart und zäh und wurde daher schon zu Homers Zeiten von den alten Griechen zur Herstellung von Lanzenschäften verwendet.

Das alte römische Geschlecht der Cornelier, hatte den Namen von der Bedeutung „hart und stark wie Kornelholz“. Von den Corneliern stammt auch der beliebte Vorname Cornelia.

Aus dem Holz der Kornelkirsche werden die „echten Ziegenhainer Spazierstöcke“ hergestellt.

Die Kornelkirsche steht unter Naturschutz.