» Hanfgewächse

Hopfen

Humulus lupulus
(lat. humulus = kleiner Haufen, lat. lupulus = kleiner Wolf)
Familie Cannabaceae (Hanfgewächse)

Der Hopfen ist eine Kletterpflanze, die in der ganzen nördlichen Hemisphäre heimisch ist. Er bevorzugt stickstoffreiche, feuchte Böden. Daher findet man ihn in Auen, an Waldrändern und Lichtungen. Der Hopfen ist Bestandteil des Bieres. Seine Bitterstoffe würzen das Bier mit herbem Geschmack. Er ist auch verantwortlich für die beruhigende Wirkung des Bieres.

In Deutschland, dem Land des Bieres, wird der Hopfen seit dem 8. Jhdt. n. Chr. kultiviert. In den Klosterbrauereien ersetzte man die Kräutermischungen zum Würzen des Bieres mit Hopfen. Derzeit produziert Deutschland 37 % des Weltanbaus von Hopfen.

Schon die alten Ägypter vor 4000 Jahren brauten ein Bier aus zerstoßenem Brot, jedoch verwendeten sie keinen Hopfen. Die Griechen und Römer bevorzugten als Getränk Wein. Es gibt in Altgriechisch nicht einmal ein Wort für Bier.

Der Hopfen ist zweihäusig. Das heißt, er hat Pflanzen mit ausschließlich männlichen und Pflanzen mit ausschließlich weiblichen Blüten. Für das Bier verwendet man die unbefruchteten weiblichen Blütenähren (Zapfen) und daher werden für die Bierproduktion lediglich weibliche Pflanzen angebaut.

Der Hopfen ist eine unglaublich schnell wachsende Kletterpflanze. Er kann bis zu 50 Jahre alt werden. Es überwintern jedoch nur die unterirdischen Teile der Pflanze. Zeitig im Frühling erscheinen seine zarten Sprossen. In diesem Zustand ergeben sie in Salzwasser gekocht einen guten Spargelersatz.

Man muss diese Sprossen aber rasch ernten, denn der Hopfen wächst so schnell, dass man ihm fast beim Wachsen zuschauen kann. Die Stängel winden sich im Uhrzeigersinn und finden sie eine entsprechende Stütze, können sie eine Höhe bis zu 7 m erreichen.

In Hopfenanbaugebieten prägen die Hopfengärten das Landschaftsbild.

Die Blätter des Hopfens sind langstielig gelappt, etwa handgroß und erinnern ein wenig an Weinblätter. In der christlichen Symbolik werden sie verwendet, um einen Gegensatz zu Christus, der als Weinstock dargestellt wird, auszudrücken.

Die Blütezeit des Hopfens ist im Juli. Die männlichen Blüten sind unscheinbar, weißlich, aber zahlreich und hängen in Trauben. Nach der Blüte fallen sie wie Schneeflocken zu Boden und werden vom Wind vertragen.

Lange ist die Liste der Heilwirkungen des Hopfens. Er gilt als beruhigend, antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend, schmerzstillend, gegen nervöse Herzbeschwerden, Magen- und Darmkrämpfe, Schlafstörungen, Migräne, Wechseljahrsbeschwerden, Menstruations­störungen, Haarausfall, etc.

Leuten, die sich deshalb motiviert fühlen, verstärkt zu Bier zu greifen, sei gesagt, dass man Hopfen auch als Tee genießen kann.

Zum Schluss noch eine Warnung. Hopfen enthält neben Hopfenbitter, Gerbsäure, Harze etc. auch Phytohormone, die dem Östrogen ähneln. Diese sind verantwortlich für die Zunahme des Bauchumfanges – auch bei Männern – bei zu reichlichem Biergenuss.