» Hahnenfußgewächse

Weiße Waldrebe, Gemeine Waldrebe

Clématis vitálba
(griech. clemátis = die Ranke, lat. vitis = die Ranke, Rebe, lat. álba = weiß)
Familie Ranunculáceae (Hahnenfußgewächse)

Die Clematis wächst in Süd- und Mitteleuropa und kommt auch in Nordamerika und Asien vor. Sie ist eine der wenigen echten Lianen der nördlichen Hemisphäre.

Die Clematis ist ein bis 15 m hoher klimmender Strauch. Ihre Stängel sind am Sprossende leicht behaart und sechskantig. Ältere Stängel verholzen und weisen die für Lianen typischen weitlumigen Gefäße auf. Man kann mit ihnen die Kapillarwirkung demonstrieren, in dem man ein abgeschnittenes Stück Stängel in Tinte steckt. Sofort „wandert“ die Tinte durch die Gefäße nach oben.

Die Clematis ist lichthungrig. Sie besiedelt daher Hecken, Gebüsche, alte Mauern, Steinhalden und Waldlichtungen.

An ihrer Stütze klettert sie mit Hilfe von Blattstielen. Bei Berührung krümmen sich diese um den Gegenstand und umwickeln ihn.

Die Clematis entzieht zwar ihrer Stützpflanze keine Nährstoffe, kann sie aber durch ihre verholzenden Stängel erdrücken. Als Liane hat die Clematis eine hohe Zug- und Reißfestigkeit. Sie wurde daher schon seit der Pfahlbauzeit als Seil verwendet.

Ihre Blätter sind fünfzählig, unpaarig gefiedert und meist gekerbt und gesägt. Die Clematis blüht den ganzen Sommer lang. Typisch für sie ist, dass ihre vier Blütenblätter gar keine sind, sondern umgebildete Kelchblätter.

An der Außenseite haben sie noch die übliche grünliche Kelchblätterfarbe, innen sind sie weiß. Die eigentlichen Blütenblätter sind zu „Honigblättern“ umgewandelt. Die Blüten duften angenehm, ein wenig an Weißdornblüten erinnernd.

Bei gezüchteten Gartenformen können Clematisarten auch acht solche „Blütenblätter“ haben.

Die 3 mm langen rotbraunen Früchte haben einen behaarten „Flugapparat“ und werden vom Wind über weite Strecken vertragen. Alle Teile der Pflanze enthalten einen scharf schmeckenden ätzenden Saft, der das giftige Protoanemonin enthält.


Aufrechte Waldrebe

Clématis recta (lat. recta = aufrecht)

An klimatisch bevorzugten Stellen in Österreich, wie z.B. am Fuß des Dobratsch in Kärnten, findet man die Aufrechte Waldrebe.

Ihre Blüten ähneln denen der Weißen Waldrebe. Sie schlägt aber aus der Art, denn sie klettert nicht, sondern wächst wie ein bis 2 m hoher Strauch.

Weil sie so selten ist, werden ihre Fundstellen unter Blumenfreunden als Geheimtipp weiter gegeben.


Alpen-Waldrebe

Clematis alpina

Diese zarte Clematis hat große blaue Blütenblätter und zählt zu den Juwelen der Kalkalpen.