» Berberitzengewächse

Berberitze, Sauerdorn

Bérberis vulgáris L. (Bérberis – Wort unbekannter Herkunft, lat. vulgáris = gewöhnlich)
Familie Berberidáceae (Berberitzengewächse)

Die Berberitze gedeiht an Waldrändern, im trockenen lichten Buschwäldern und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden. Er kann auch steinig und trocken sein. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Süd- und Mitteleuropa bis zum Kaukasus.

Da die Berberitze der Zwischenwirt des Getreideschwarzrostes ist, wurde sie in Getreide­anbaugebieten praktisch ausgerottet. Wissenschaftler behaupten nun, dass das eine übertriebene Maßnahme war. Allerdings ist sie in der Stadt wegen ihrer Anspruchslosigkeit eine beliebte Heckenpflanze. Im Sommer kann man manchmal an den Blättern vor allem an der Unterseite orangegelbe Flecken erkennen, die Übertragungskeime (Aecidiosporen) des schädlichen Pilzes enthalten.

Berberitzen sind sehr wehrhaft. Ihre in Büscheln zusammenstehenden Blätter sind dornig bewimpert, an den überhängenden Zweigen sitzen meist dreiteilige, bis 1,5 cm lange aufrechte Dornen, die aus umgewandelten Blättern bestehen.

In der Natur wächst die Berberitze als 2 m hoher zierlicher Strauch, der durch seine bogigen Zweige wirkt, als hätte er mehrere Stockwerke. Die Berberitze blüht im Mai mit vielen gelben Blüten an hängenden Trauben. Die Staubblätter der Blüte reagieren auf Berührungsreize der Bestäuber und klappen dann nach innen.

Die bis zu 1 cm großen länglichen Beeren werden, wenn sie vollreif sind, tiefrot. Sie sind essbar, besitzen einen hohen Anteil an Apfel-, Zitronen- und Weinsäure, schmecken aber sehr sauer, ja essigähnlich. In verschiedenen Gegenden werden sie als durststillende Beigabe zu Getränken genützt.

Das Berberitzenholz ist sehr hart, auffallend gelb und wird für Intarsienarbeiten verwendet. Der gelbe Farbstoff (Berberin) ist auch in der Rinde und in den Wurzeln enthalten. Man färbte damit Wolle und Leder. Eine amerikanische Verwandte der Berberitze ist die Mahonie (Mahonia aquifolium), die gerne in Gärten und Parks angepflanzt wird. Ihre goldgelben Blüten duften nach Honig, die schönen blaubereiften Beeren sind essbar und ergeben ein wohlschmeckendes Kompott.