» Stolz und Vorurteil

Rico
„Sie haben kein Schmerzempfinden, sind aggressiv
und zeichnen sich durch maximale Beißkraft aus.
Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire
Terrier, American Pitbull Terrier und andere Rassen,
die als potenziell gefährlich eingestuft werden, landen
immer häufiger in Tierheimen.“
Ihr Image als schmerzunempfindliche, aggressive
Kampfmaschinen, das durch reißerische Medienberichte
in der Öffentlichkeit stark verbreitet wurde,
machte diese Hunde für Menschen mit mangelndem
Selbstbewusstsein oder einem Hang zur
Kriminalität regelrecht zum Statussymbol. Ebenso
wie schlechter Umgang den Menschen verderben
kann, ist auch der Hund Spiegelbild seiner BesitzerInnen.
Falsch gehalten und nicht richtig erzogen,
landen die sogenannten Kampfhunde schließlich in
immer größerer Zahl im Tierheim. Die vormals so
stolzen Herrchen und Frauchen kommen mit ihnen
nicht mehr zurecht und die Verantwortung „für
den nicht erziehbaren Hund“ wird mit dem Vierbeiner
im Tierschutzhaus abgegeben. Aufgrund
ihres schlechten Rufs und den – von vielen Medien
geschürten – Vorurteilen, wird es immer schwieriger,
für diese Hunde ein passendes Zuhause zu finden.
Gerade deswegen gebührt jenen Menschen,
die sich um verantwortungsvolle Hundehaltung bemühen,
ganz besonderer Dank. Im Juli 2010 fand
der American Staffordshire Terrier Rico ein Zuhause
bei Familie Füreder. Der stattliche Rüde meisterte
mit seinem Frauchen die BGH-Prüfungen mit Bravour,
verträgt sich mit seinen Artgenossen und
geht freundlich auf alle Menschen zu. Nicht nur
dieses Beispiel zeigt, dass, solange Hundeverordnungen
von der Gefährlichkeit bestimmter Rassen
ausgehen, sie eigentlich den Kern der Sache verfehlen.
Wird gesetzgeberisches Handeln in diesem
Bereich überhaupt als sinnvoll erachtet, so sollte es
jedenfalls am oberen Ende der Leine ansetzen.
Isolde Deak