» Eine wahre Geschichte...

Blacky

Ich schlief in meiner Box und hatte gerade einen Traum.

Auf einmal bellten alle meine Freunde und ich wurde so schnell wach, dass ich meinen Traum vergaß. Meine Betreuerin stand mit einer blauen Leine vor mir und ich dachte: „Na so was, jetzt um diese Zeit?“ Sie führte mich den Gang entlang, machte die Türe auf und da stand sie. Ich verliebte mich sofort und ich spürte, dass es auch bei ihr Liebe auf den ersten Blick war. Zum näher Kennenlernen machten wir einen kurzen Spaziergang und die ganze Zeit dachte ich bei mir: „Jetzt musst du zeigen, wie gut du erzogen bist, damit sie dich mitnimmt.“ Zurück im Tierheim wurde geredet und geredet, es ging um mich, dass spürte ich.

Vor lauter Aufregung habe ich vergessen, mich vorzustellen:

Mein Name ist Blacky, ich bin 7 Jahre alt und ein Chow-Schäfer-Mix. Schon lange lebte ich im Tierheim. Einige Male wurde ich Leuten vorgestellt, aber die wollte ich nicht und ich bin einfach nicht mitgegangen, denn ich spürte keine Liebe.

Zurück zu dem Tag, an dem ich meine große Liebe fand.

Endlich gingen wir zum Auto, ich legte mich auf die Rückbank, mein neues Frauchen setzte sich zu mir, ihre Tochter – die ich auch sehr mag – ans Steuer des Autos und los ging’s. Meine Gedanken waren: „Nur schnell weg.“

Meine Liebe kraulte die ganze Zeit meinen Nacken und sprach mit ihrer leisen Stimme mit mir. Das tat so gut. Bei einem Geschäft blieben wir stehen und ich bekam eine neue Leine und ein Brustgeschirr, in Rot, meiner Lieblingsfarbe. Aber dann wurde ich auf die Waage gestellt. Natürlich bin ich zu dick, aber das war kein Problem für meine Liebe. Sie sagte nur, dass bekommen wir schon in den Griff.

Die Fahrt im Auto ging noch weiter, bis zu meinem neuen Zuhause. Ich sah mir die Umgebung an und dachte mir: „Hier ist das Paradies.“ Im Haus ging ich durch die große Wohnung, aber in der Bauernstube gefiel es mir so gut, dass ich das Zimmer gleich als meines ansah.

Wir gehen jeden Tag spazieren. Einmal waren wir an der Donau. Es war wunderschön. Ich habe Enten und ein großes Schiff gesehen. Als wir zum Auto zurückkamen, sah ich einen kleinen Freund mit seinem Frauchen und ich dachte mir: Den schau ich mir mal aus der Nähe an. Aber der war so überheblich, dass er mich nicht einmal beachtete. Aber als mir mein Frauchen ein kleines Stockerl vor das Auto stellte, zeigte ich, wie vornehm ich ins Auto einsteigen kann. Meine Liebe sagte zu der anderen Hundebesitzerin, dass ich ein „von und zu“ bin. So bekam ich meinen Adelstitel: „Blacky von und zu Schäfer-Chow-Chow.“

Wie es sich für einen Adeligen gehört, muss ich jetzt nicht mehr das Stockerl benutzen. Ich habe eine Rampe bekommen und so kann ich gut in den Kofferraum einsteigen, wo ich ein weiches Bett habe.

Von meiner ersten Zugfahrt muss ich auch noch erzählen. Es war ein Traum. Ich durfte mir den Platz selber aussuchen und wurde vom Zugpersonal behandelt wie ein König. Ich brauchte nichts bezahlen, weil es meine 1. Zugfahrt war. Wir fuhren auch noch mit einem Taxi zu einem Haus, wo ich mich auch sofort wie daheim fühlte.

Mein Glück kann ich nicht beschreiben. Ich habe schon 6 kg abgenommen! Wir gehen viel spazieren, aber auch im Haus spielen wir Ball und mein Frauchen verwöhnt mich jeden Tag mit einer Bürstenmassage.

Meine große Liebe ist oft traurig, aber ich weiß, wie ich ihr helfen kann, über einen großen Verlust hinwegzukommen. Mein Frauchen hat mir versprochen, dass wir für immer zusammen bleiben.

Dass ich einmal so ein großes Glück haben werde, kann ich kaum glauben.

Liebe Grüße

Ihr „Blacky von und zu Schäfer-Chow-Chow“

PS: Ich bedanke mich bei allen Helfern des Linzer Tierheimes für die Zeit die ich dort verbringen durfte. Auch sie hatten mich lieb. Danke für Alles!!

Ich werde euch sicher wieder einmal besuchen.