» Frettchen

Das Frettchen stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit vom Iltis ab, sie sind vor allem dämmerungsaktive Raubtiere, die eine Lebenserwartung von 8-10 Jahre haben. Mittlerweile gibt es eine Reihe von Farbvarianten. Zu nennen sind hier Iltisfrettchen, Siam, Harlekin und Albino. Frettchen wurden bereits sehr früh in der Literatur erwähnt, wobei sie damals als nützliche Jagdgehilfen dienten.


Grundbedürfnisse des Frettchens

  • viel bewegen und spielen
  • graben
  • gesellig sein

Haltung

Aus den biologischen und anatomischen Besonderheiten leiten sich spezielle Haltungsansprüche für Frettchen ab.

Frettchen sind ausgesprochen soziale und gesellige Tiere, daher ist eine Einzelhaltung grundsätzlich abzulehnen. Die quirligen Tiere werden in einem ausreichend großen Gehege mit unterschiedlich strukturierten Bereichen wie Schlafbereich, Fressbereich und Bereich für Toilette gehalten.

Da die kleinen Raubtiere einen ausgeprägten Erkundungstrieb haben, sind Spiel-und Klettermöglichkeiten wie Röhren, Hängematten, Katzenbaum und Grabemöglichkeiten unverzichtbar.

Sägespäne, Heu oder ähnliche Einstreu gelten als nicht geeignet für Frettchen, da diese gemeinsam mit dem verschleppten Futter aufgenommen werden können. Zum Auslegen des Schlafhäuschens verwendet man Stroh oder weiche Tücher.

Im Sommer sollen wegen Gefahr von Hitzeschlag hohe Umgebungstemperaturen vermieden werden, geeignete Temperaturen liegen unter 25 Grad.

Nagetiere wie Mäuse, Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen müssen räumlich von den Frettchen getrennt sein, da dieses einen natürlichen Jagdtrieb hat.


Als Mindestanforderung für die Käfighaltung in geschlossenen Räumen gilt

Dem Frettchen müssen 2m² Grundfläche zur Verfügung stehen, für jedes weitere Tier rechnet man 0,5 m² mehr. Die Grundfläche darf über zwei höchstens drei Etagen verteilt sein. Die Käfighöhe muss 60 cm betragen, bzw. mindestens 60 cm je Etage. Neben Schlafkistchen, Spiel-und Versteckmöglichkeiten muss eine Grabemöglichkeit von 0,3 m² vorhanden sein.

Die lebhaften Tiere brauchen 1 x täglich außerhalb des Käfigs über mehrere Stunden freie Bewegung.

Werden Frettchen im Außengehege gehalten, so muss für zwei Tiere eine Grundfläche von 10m² und für jedes weitere Tier 2,5m² mehr gerechnet werden. Das Gehege muss ausreichend überdacht und beschattet sein, so dass die Tiere Schutz vor Witterungseinflüssen haben. Beschäftigungs-, Kletter-,Versteck-, und Grabemöglichkeiten sowie Schlafboxen für alle Tiere sind Grundausstattung.


Nahrung

Frettchen sind Fleischfresser, die ihre Beute mit Haut und Haaren bzw. Federn und allen Innereien verzehren. Sie sind somit auf einen sehr hohen Proteinanteil in der Nahrung angewiesen. Die Basisernährung sollte zu 80% aus Fleisch und zu 20% aus pflanzlichen Bestandteilen bestehen. Das Frettchen muss mehrmals täglich hochwertiges und leicht verdauliches Futter bekommen. Trockenfutter sollte immer zur Verfügung stehen. Im Handel sind speziell auf Frettchen abgestimmte Alleinfuttermittel erhältlich. Diese enthalten alle notwendigen Inhaltsstoffe, welche mit Obst, Gemüse und Frischfleisch ergänzt werden. Hunde und Katzenfutter sind für Frettchen ungeeignet.

Abhängig von Gewicht und Alter der Tiere benötigen Frettchen zwischen 150 und 250 Gramm hochwertiges Futter am Tag.

Da Frettchen gerne ihre Nahrung verschleppen, sollte diese immer eingesammelt und entsorgt werden.

Frisches Trinkwasser muss immer verfügbar sein.


Gesundheit

Da Frettchen Milchzucker nicht verwerten können ist Kuhmilch als Nahrungsmittel gänzlich ungeeignet. Weiters darf kein Eiweiß gegeben werden, da es Avidin enthält und dies das lebenswichtige Biotin zerstört.

Achtung!
Eine fleischarme Ernährung führt beim Frettchen zu Stoffwechselerkrankungen und zu Mangelerscheinungen.


Krankheiten

Dauerranz: Überschreitet der Zyklus 6 Wochen, so spricht man von Dauerranz. Die Folgen können eine Anämie, Blutgerinnungsstörungen und Leberprobleme sein, die zum Tod führen können. Wenn die weiblichen Frettchen, genannt Fähen nicht zur Zucht vorgesehen sind, sollten sie daher unbedingt etwa im Alter von 10 Monaten kastriert werden.

Pyometra: Die chronisch eitrige Gebärmutterentzündung ist die Folge der Dauerranz. Sie kann durch Kastration nachhaltig verhindert werden.

Influenza: ist vom Menschen auf Frettchen und umgekehrt übertragbar, Symptome sind gleich wie beim Menschen.

Analdrüsenverstopfung: Symptome sind häufiges Lecken am Hinterteil, Schlittenfahren, kleine Mengen beim Kotabsatz, eventuell Schmerzen beim Kotabsatz.

Als Krankheitsprophylaxe kontrolliert man beim Frettchen regelmäßig Krallen-, Ohren-und Zähne. In regelmäßigen Abständen wird es entwurmt und man lässt es jährlich impfen.


Besonderheiten

Eine Besonderheit beim Frettchen ist, dass sie wie Iltisse photoperiodischen Körperschwankungen unterliegen. Durch die kürzeren Tage im Herbst wird ein Fettpolster angelegt, welcher bis zu 40% des Körpergewichtes ausmachen kann. Über den Winter bis zum Frühling hin wird diese Fettreserve wieder verbraucht.


Besondere Überlegungen zur Anschaffung

  • Will ich meine Wohnung gefahrenfrei für Frettchen gestalten?
  • Habe ich ausreichend Platz und Zeit um den Bedürfnissen der Tiere gerecht zu werden?
  • Niemals darf ein Frettchen alleine gehalten werden.
  • Als Frettchenhalter sollten Sie sehr tolerant sein können, denn Frettchen sind selten zu 100% stubenrein.