» Degu

Degus sind aufgeweckte neugierige Nagetiere, die ursprünglich aus Chile kommen. Die tagaktiven scheuen Tiere erreichen ein Alter von 6 bis 8 Jahren und leben in Familienverbänden zusammen. Nachts ziehen sie sich in ihre weit verzweigten Erdbauten zurück.
 

Grundbedürfnisse von Degus

  • viel und ausdauerndes Nagen
  • Tunnel graben
  • verstecken
     

Haltung

Degus haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten, sie sind aktiv und bewegungsfreudig. Degus hält man in der Gruppe in einem großen abwechslungsreichen Käfig, der viele Versteck-und Grabemöglichkeiten beinhaltet. Je größer der Käfig, desto wohler fühlen sich die Tiere. Schlafhäuschen für alle Tiere, eine Tränke, ein schwerer Futternapf und ein Sandbad mit Spezialsand für Chinchillas, gehören zur Grundausstattung.

Als Einstreu eignen sich staubfreie Sägespäne, die 10 cm hoch eingestreut wird.

Die Mindestkäfiggröße für zwei Tiere beträgt 100 x 50 x 100 cm (L x B x H).
Für jedes weitere adulte Tier wird 20% Bodenfläche mehr angeboten.

Zur Befriedigung ihres ausgeprägten Nagebedürfnisses und zur Abnützung der ständig nachwachsenden Zähne brauchen die Tiere ausreichend Äste von Obst-und Waldbäumen, welche regelmäßig erneuert werden. Dickere Äste dienen zum Klettern.

Bei den Degus errichtet das ranghöchste Männchen einen Hügel. Hierfür muss ausreichend Baumaterial vorhanden sein.
Um unnötigen Stress in der Gruppe zu vermeiden, bleibt der Hügel beim Reinigen des Käfigs bestehen. Denn mit dem Verschwinden des Hügels, verschwindet auch die Rangordnung.


Nahrung

Der Verdauungstrakt der Degus ist an die rohfaserreichen, trockenen Steppengräser ihres natürlichen Lebensraumes angepasst. Sie benötigen deshalb nährstoffarme, ballaststoffreiche Kost, weshalb das Grundfutter auch bei ihnen aus hochwertigem Heu besteht, welches mit speziellen rohfaserreichen Pellets oder geringen Mengen Körnerfutter ergänzt wird.

Frisches Wasser muss immer verfügbar sein.


Gesundheit

Da der Verdauungstrakt der Degus auf karge Kost ausgerichtet ist, vertragen sie zuckerhaltige sowie fettreiche Nahrung nur sehr schlecht. Verdauungsstörungen, Leberverfettung und Diabetes sind die Folge.

Will man Leckereien geben so eignen sich kleine Stücke von Apfel, Karotte, ein frisches Blatt Löwenzahn oder ab und zu eine getrocknete Hagebutte oder getrocknete Kräuter.


Vermehrung

Da Deguweibchen nach einer dreimonatigen Trächtigkeit pro Wurf bis zu 10 Junge bekommen können, ist es ratsam die Böckchen vor Geschlechtsreife kastrieren zu lassen.


Umgang mit Degus

Degus können ergriffen und hochgehoben werden, indem man eine Hand von der Seite unter das Tier schiebt und es anschließend mit einem Griff um den Bauch vorsichtig fixiert. Degus dürfen nie am Schwanz hochgehoben werden, da die Haut einreißen kann, plötzliche Annäherung sollte ebenfalls vermieden werden.


Überlegungen zur Anschaffung

  • Degus sind Gruppentiere, Einzelhaltung absolut tabu.
  • Degus gehören in kein Kinderzimmer, wo es auch manchmal laut ist.
  • Da Degus sehr scheu sind und man in privater Haltung kaum den Ansprüchen der Tiere nachkommen kann, ist von einer Heimhaltung abzuraten.


Damit sich diese Nager bei Ihnen wohlfühlen, sollten Sie als Deguhalter geduldig sein und viel Freude am Gestalten der Tierunterkunft und am Beobachten der Tiere haben.