» Ihre Wohnungskatze zieht ein

Sie haben sich für ein Tier entschieden, das an Wohnungshaltung gewöhnt ist oder mit Freigang noch keine Erfahrungen gesammelt hat. Damit Ihr Zusammenleben vom ersten Tag an ein Erfolg wird, haben wir folgende Tipps für Sie gesammelt:
 

Eingewöhnung

  • Bevor Sie sich für eine Katze entscheiden, sollten Sie in Erwägung ziehen gleich 2 Tiere aufzunehmen. Da fast jeder Mensch einem Beruf/Schule nachgeht und auch in der Freizeit nicht immer zu Hause ist, kann Katzen in ausschließlicher Wohnungshaltung schnell langweilig werden. Dies kann zu Verhaltens­auffälligkeiten wie Aggressionen, Unsauberkeit, Depressionen und ähnlichem führen.
  • Wenn Sie von vornherein 2 oder mehr Katzen aufnehmen, ersparen Sie sich und den Katzen einiges an Stress.
  • Wenn Sie die Katze nach Hause holen, bringen Sie das Tier in einen ruhigen Raum, in dem Sie Futter, Wasser und Toilette bereit gestellt haben. Die Katze braucht Zeit, um sich zu orientieren und sich von den Strapazen der Fahrt zu erholen.
  • Sorgen Sie für Ruhe! Halten Sie andere Haustiere und Kleinkinder - die das Tier natürlich streicheln möchten – vorerst fern.
  • Bei sehr schüchternen und schreckhaften Katzen gehen Sie bitte sehr behutsam vor: setzen Sie sich auf den Boden, sprechen Sie mit ruhiger Stimme und bieten Sie Leckerbissen an. Bitte zwingen Sie die Katze nicht, sich sofort angreifen zu lassen. Geben Sie ihr Zeit!
  • Keine Sorge, wenn sich das Tier verkriecht und sich einige Tage nicht blicken lässt. Die Katze ist durch die fremde Umgebung verunsichert, haben Sie Geduld.
  • Wohnungskatzen muss Katzengras sowie ein Kratzbaum zum Schärfen der Krallen zur Verfügung stehen.
  • Babykatzen stellt man anfangs am Besten nur ein oder zwei Zimmer zur Verfügung, mit einem ganzen Haus oder einer großen Wohnung sind die Kleinen schnell überfordert. Zudem ist es für Sie so auch einfacher, da Jungtiere viel Schmutz machen und durch ihr Temperament auch schnell etwas kaputt geht.

Gefahren

  • Vorsicht, im Haushalt lauern viele Gefahren: gekippte Fenster, geöffnete Waschmaschine, Balkon, offene Treppen, Putzmittel usw. Durch das Tierschutzgesetz sind Sie verpflichtet, Balkon und Fenster abzusichern! Achten Sie darauf, dass Schutznetze eine Maschenweite von 3 x 3 cm keinesfalls überschreiten!
  • Einige Zimmerpflanzen stellen eine Gefahr dar, da diese giftig sind, zB Efeu, Weihnachtstern, Philodendron, Dieffenbachie, Oleander, Narzissen, Rhododendron, u.v.m.
    Vergiftungserscheinungen treten auch beim Verzehr von Schokolade und Zwiebeln auf!
    Spielzeug mit Draht, Glas und Metallteilen ist ebenfalls tierschutz­widrig (hohe Verletzungsgefahr).

Fütterung

  • Frisches Wasser muss immer bereit stehen, auch wenn Sie die Katze nie oder nur selten trinken sehen. Katzen schätzen Abstand zwischen Futter und Wasser, stellen Sie die Trinkstelle daher möglichst in einen anderen Raum.
  • Bieten Sie der Katze zweimal täglich frisches Dosenfutter oder Fleisch an. Trockenfutter können Sie für zwischendurch stehen lassen. Babys sollten 3- bis 4-mal Frischfutter erhalten. Von einer ausschließlichen Ernährung mit Trockenfutter raten wir ab, da Katzen ihren Flüssigkeits­bedarf vorwiegend über das Futter decken.
  • In den ersten Tagen kommt es – vor allem bei jungen Katzen - häufig zu Verdauungsproblemen. Füttern Sie deshalb anfangs schonende Kost: Sensitivprodukte oder gekochtes Huhn/Fisch mit Reis. Unserer Erfahrung nach sind besonders Produkte mit der Bezeichnung „Junior“ nicht für alle Jungtiere gut.
  • Hat die Katze Durchfall, ist es ebenfalls notwendig, Diät-Futter zu geben. Wenn der Durchfall länger als zwei Tage dauert, die Katze matt ist, erbricht oder nichts frisst, bringen Sie das Tier unbedingt zum Tierarzt.
  • Geben Sie dem Tier keine Kuhmilch und keine Tischreste!
  • Wohnungskatzen neigen zu Über­gewicht, also nicht zu gut meinen mit der Fütterung.

Hygiene

  • Ideal wäre es, die Katzentoilette 2 Mal täglich zu säubern. So vermeiden Sie die Vermehrung von Bakterien und Keimen, die zu Durchfällen führen könnten. Katzen lieben saubere Toiletten!
  • Setzen Sie das Jungtier nach dem Fressen und schlafen immer wieder aufs Kisterl und loben Sie ausgiebig, wenn es dort sein „Geschäft“ erledigt. Niemals dürfen Sie die Katze bestrafen, wenn mal was daneben geht!

Andere Tiere

  • Wenn Sie bereits andere Katzen zu Hause haben, sollten Sie bei der Auswahl des Neuzugangs darauf achten, dass die Tiere ein ähnliches Alter und Temperament haben. Nehmen Sie kein Baby zu einer alten Katze, die schon gemütlich ist und ihre Ruhe haben will.
  • Vorsicht, falls Sie auch Kleintiere (wie Hamster, etc.) beherbergen! Auch durch das Käfiggitter könnte die Katze das Tier verletzen.
  • Machen Sie die neue Katze frühestens am nächsten Tag mit Ihrer/Ihren anderen Katze/n bekannt. Bei schüchternen Tieren sollten Sie etwas länger warten, bis sich die erste Unsicherheit gelegt hat. Fauchen und Brummen sind ganz normale Reaktionen. Bis sich eine Freundschaft entwickelt, können bis zu zwei Monate vergehen. Liebe auf den ersten Blick ist selten. Wichtig ist, dass sich die Tiere aus dem Weg gehen können und für jede Katze eine eigene Toilette und eine eigene Futterstelle zur Verfügung stehen. In den ersten Tagen sollten Sie die Katzen nicht unbeaufsichtigt zusammen lassen.
  • Bei der ersten Begegnung mit Ihrem Hund setzen Sie die Katze am Besten auf einen Tisch. Bleiben beide ruhig, loben Sie die Tiere ausgiebig. Vorsicht – ergreift die Katze die Flucht, wird bei den meisten Hunden der Beutetrieb geweckt! Deshalb sollten Sie den Hund zur Sicherheit anleinen. Auch hier gilt: lassen Sie schüchternen Katzen länger Zeit, bis Sie sie mit den anderen Haustieren bekannt machen.

Gesundheit

  • Bevor Sie Ihre Katze aus dem Tierheim holen, wird sie zum ersten Mal gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft, was für Wohnungskatzen ausreicht. Diese Impfung muss jährlich aufgefrischt werden!
  • Viermal jährlich sollte die Katze entwurmt werden.
  • Ebenso sollten Sie das Tier regelmäßig gegen Flöhe und andere Parasiten behandeln. Hierfür verwenden Sie am Besten beim Tierarzt erhältliche Ampullen zum Auftropfen.
  • Flohbänder können sehr gefährlich werden: sitzt das Band zu locker, kann sich die Katze mit der Pfote verheddern oder sie bleibt mit den Halsband hängen. Beides kann schwere Verletzungen zur Folge haben.
  • Sollten Sie das Tier nicht bereits kastriert von uns übernehmen, holen Sie dies bitte bei Ihrem Tierarzt nach. Dem Tierheim ist eine entsprechende Bestätigung des Tierarztes vorzulegen.
  • Brechen innerhalb der ersten 2 Wochen, nachdem Sie Ihr Tier aus dem Tierheim abgeholt haben, Infektionen aus, können Sie zur kostenlosen medizinischen Nach­betreuung ins Tierheim kommen. (Alle Tiere werden bei der Abholung untersucht, können aber trotzdem Infekte in sich tragen, die durch Stress ausbrechen.) Bitte zur Terminvereinbarung vorher anrufen!
  • Für die hoffentlich vielen glücklichen Jahre, die noch folgen, klären Sie bitte mit einem Tierarzt Ihres Vertrauens, ob dieser auch außerhalb der Sprechzeiten in Notfällen erreichbar ist.

Wir bedanken uns, dass Sie einem unserer Schützlinge ein neues Zuhause schenken und wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem neuen „Familienmitglied“! Für Fragen erreichen Sie uns ein Katzenleben lang unter der Telefonnummer 07252/71650.


Einkaufsliste

Damit sich Ihre Samtpfote vom ersten Tag an wohlfühlt, haben wir für Sie eine Liste mit den wichtigsten Dingen zusammengestellt, die es zu besorgen gilt:

  • Futternapf
  • Wassernapf
  • Fertigfutter
  • Transportbox
  • Schlaf- und Kuscheldecke
  • Katzentoilette & Schauferl
  • Katzenstreu
  • Kratzbaum
  • Katzengras
  • Spielzeug (Sisalmäuse, kleine Bälle, etc.)

Wenn der Tag der Abholung aus dem Tierheim gekommen ist, bringen Sie bitte einen gültigen Lichtbildausweis, den Vergabebeitrag in bar sowie einen Transportkorb mit Decke mit.