» Ihre "Freigänger - Katze" zieht ein

Sie haben sich für ein Tier entschieden, das bei Ihnen im Haus / in der Wohnung leben möchte, aber auch einen starken Freiheitsdrang hat. Damit Ihr Zusammenleben vom ersten Tag an ein Erfolg wird, haben wir folgende Tipps für Sie gesammelt:

Eingewöhnug

  • Wenn Sie die Katze nach Hause holen, bringen Sie das Tier in einen ruhigen Raum, in dem Sie Futter, Wasser und Toilette bereit gestellt haben. Die Katze braucht Zeit, um sich zu orientieren und sich von den Strapazen der Fahrt zu erholen.
    Sorgen Sie für Ruhe! Halten Sie andere Haustiere und Kleinkinder - die das Tier natürlich streicheln möchten – vorerst fern.
  • Bei sehr schüchternen und schreck­haften Katzen gehen Sie bitte sehr behutsam vor: setzen Sie sich auf den Boden, sprechen Sie mit ruhiger Stimme und bieten Sie Leckerbissen an. Bitte zwingen Sie die Katze nicht, sich sofort angreifen zu lassen. Geben Sie ihr Zeit!
  • Keine Sorge, wenn sich das Tier verkriecht und sich einige Tage nicht blicken lässt. Die Katze ist durch die fremde Umgebung verunsichert, haben Sie Geduld.
    Zur längeren Haltbarkeit Ihrer Möbel empfehlen wir auch für Freigänger im Wohnbereich einen Naturstamm­kratzbaum aufzustellen.
  • Babykatzen stellt man anfangs am Besten nur ein oder zwei Zimmer zur Verfügung, mit einem ganzen Haus oder einer großen Wohnung sind die Kleinen schnell überfordert. Zudem ist es für Sie so auch einfacher, da Jungtiere viel Schmutz machen und durch ihr Temperament auch schnell etwas kaputt geht.

Fütterung

  • Frisches Wasser muss immer bereit stehen, auch wenn Sie die Katze nie oder nur selten trinken sehen. Katzen schätzen Abstand zwischen Futter und Wasser, stellen Sie die Trinkstelle daher möglichst in einen anderen Raum.
  • Bieten Sie der Katze zweimal täglich frisches Dosenfutter oder Fleisch an. Trockenfutter können Sie für zwischendurch stehen lassen. Babys sollten 3- bis 4-mal Frischfutter erhalten. Von einer ausschließlichen Ernährung mit Trockenfutter raten wir ab, da Katzen ihren Flüssigkeits­bedarf vorwiegend über das Futter decken.
  • In den ersten Tagen kommt es – vor allem bei jungen Katzen - häufig zu Verdauungsproblemen. Füttern Sie deshalb anfangs schonende Kost: Sensitivprodukte oder gekochtes Huhn/Fisch mit Reis. Unserer Erfahrung nach sind besonders Produkte mit der Bezeichnung „Junior“ nicht für alle Jungtiere gut.
  • Hat die Katze Durchfall, ist es ebenfalls notwendig, Diät-Futter zu geben. Wenn der Durchfall länger als zwei Tage dauert, die Katze matt ist, erbricht oder nichts frisst, bringen Sie das Tier unbedingt zum Tierarzt.
  • Geben Sie dem Tier keine Kuhmilch und keine Tischreste!

Andere Tiere

  • Wenn Sie bereits andere Katzen zu Hause haben, sollten Sie bei der Auswahl des Neuzugangs darauf achten, dass die Tiere ein ähnliches Alter und Temperament haben. Nehmen Sie kein Baby zu einer alten Katze, die schon gemütlich ist und ihre Ruhe haben will.
  • Vorsicht, falls Sie auch Kleintiere (wie Hamster, etc.) beherbergen! Auch durch das Käfiggitter könnte die Katze das Tier verletzen.
  • Machen Sie die neue Katze frühestens am nächsten Tag mit Ihrer/Ihren anderen Katze/n bekannt. Bei schüchternen Tieren sollten Sie etwas länger warten, bis sich die erste Unsicherheit gelegt hat. Fauchen und Brummen sind ganz normale Reaktionen. Bis sich eine Freundschaft entwickelt, können bis zu zwei Monate vergehen. Liebe auf den ersten Blick ist selten. Wichtig ist, dass sich die Tiere aus dem Weg gehen können und für jede Katze eine eigene Toilette und eine eigene Futterstelle zur Verfügung stehen. In den ersten Tagen sollten Sie die Katzen nicht unbeaufsichtigt zusammen lassen.
  • Bei der ersten Begegnung mit Ihrem Hund setzen Sie die Katze am Besten auf einen Tisch. Bleiben beide ruhig, loben Sie die Tiere ausgiebig. Vorsicht – ergreift die Katze die Flucht, wird bei den meisten Hunden der Beutetrieb geweckt! Deshalb sollten Sie den Hund zur Sicherheit anleinen. Auch hier gilt: lassen Sie schüchternen Katzen länger Zeit, bis Sie sie mit den anderen Haustieren bekannt machen

Hygiene

  • Die optimale Säuberung der Katzentoilette wäre zwei Mal täglich! So vermeiden Sie die Vermehrung von Bakterien und Keimen, die zu Durchfällen führen könnten. Katzen lieben saubere Toiletten!
  • Setzen Sie das Jungtier nach dem Fressen und schlafen immer wieder aufs Kisterl und loben Sie ausgiebig, wenn es dort sein „Geschäft“ erledigt. Niemals dürfen Sie die Katze bestrafen, wenn mal was daneben geht!

Freigang

  • Bis Sie Ihre neue Katze das erste Mal ins Freie lassen können, dauert es – je nach Charakter des Tieres – 2 bis 6 Wochen. Kennt die Katze die Wohnung / das Haus gut, weiß wo alles steht, akzeptiert alle Familienmitglieder und wirkt zufrieden, darf sie zum ersten Mal in den Garten.
  • Lassen Sie der Katze bei Ihren ersten Spaziergängen immer eine Tür oder ein Fenster offen, damit sie ins Haus zurück flüchten kann.
  • Es ist nicht notwendig, Ihrer Katze die Gegend an der Leine zu zeigen!
  • Am Besten besorgen Sie sich eine Katzenklappe. So ersparen Sie sich ständiges Öffnen der Tür wenn Ihr Vierbeiner rein oder raus möchte und nächtliches Geschrei. Letzt­endlich setzt die Katze ihren Dickkopf durch und Sie müssen Diener spielen!
  • Ehemalige Wohnungskatzen haben es nicht gelernt, draußen ihr Geschäft zu erledigen, stellen Sie nach der Eingewöhnungsphase das Katzenklo täglich ein Stück weiter zu Haustüre/Klappe und schließlich nach draußen. (Toilette mit Erde befüllen)
  • Junge Katzen dürfen mit frühestens 4 Monaten das erste Mal Freigang bekommen. Idealerweise sollten Sie aber – vor allem bei Weibchen - bis nach der Kastration warten. Dieser Eingriff ist ab dem 6. Lebensmonat möglich.

Katzen in der Stadt

  • Wohnen Sie in der Nähe einer stark befahrenen Straße oder im Stadtgebiet, beachten Sie bitte die im Tierschutzgesetz vorgeschriebene Sorgfaltspflicht.
  • Wir erleben im Tierheim sehr oft, dass Menschen durch unterschätzte Gefahren (z.B. Straßenverkehr, etc.) ihren tierischen Liebling unter tragischen Umständen verlieren. Bitte stellen Sie von Anfang an sicher, dass Ihr Tier diesen Gefahren nicht ausgesetzt ist und verzichten Sie gerade im Stadtgebiet auf Freigang. Wie Sie Ihre Wohnung als ansprechendes Umfeld für Ihre Katze gestalten können, erfahren Sie gerne im Tierheim.

Gefahren

  • Vorsicht, im Haushalt lauern viele Gefahren: gekippte Fenster, geöffnete Waschmaschine, Balkon (mit Netz absichern!), offene Treppen, Putzmittel und so weiter. Durch das Tierschutzgesetz sind Sie verpflichtet, Balkon und Fenster abzusichern! Achten Sie darauf, dass Schutznetze eine Maschenweite von 3 x 3 cm keinesfalls überschreiten!
  • Einige Zimmerpflanzen stellen eine Gefahr dar, da diese giftig sind, zB Efeu, Weihnachtstern, Philodendron, Dieffenbachie, Oleander, Narzissen, Rhododendron, u.v.m.
    Vergiftungserscheinungen treten auch beim Verzehr von Schokolade und Zwiebeln auf!
    Spielzeug mit Draht, Glas und Metallteilen ist ebenfalls tierschutz­widrig (hohe Verletzungs­gefahr!).
  • Außerdem per Gesetz verboten sind parfümierte Katzenstreu, Halsbänder und Toiletten mit Haube und Klappe (wegen des fehlenden Luftaus­tauschs). Katzenklos mit Haube ohne Klappe sind durchaus empfehlenswert.

Gesundheit

  • Bevor Sie Ihre Katze aus dem Tierheim holen, wird sie zum ersten Mal gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft, was für Wohnungskatzen ausreicht. Diese Impfung muss jährlich aufgefrischt werden! Da Ihr neues Haustier auch ins Freie darf, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt über eine Leukose-Schutzimpfung sprechen.
  • Viermal jährlich sollte die Katze entwurmt werden.
  • Ebenso sollten Sie das Tier regelmäßig gegen Flöhe und andere Parasiten behandeln. Hierfür verwenden Sie am Besten beim Tierarzt erhältliche Ampullen zum Auftropfen.
  • Flohbänder können sehr gefährlich werden: sitzt das Band zu locker, kann sich die Katze mit der Pfote verheddern oder sie bleibt mit den Halsband hängen. Beides kann schwere Verletzungen zur Folge haben.
  • Sollten Sie das Tier nicht bereits kastriert von uns übernehmen, sind Sie gesetzlich verpflichtet, dies bei Ihrem Tierarzt nachzuholen. Dem Tierheim ist eine entsprechende Bestätigung des Tierarztes vorzulegen.
  • Brechen innerhalb der ersten 2 Wochen, nachdem Sie Ihr Tier aus dem Tierheim abgeholt haben, Infektionen aus, können Sie zur kostenlosen medizinischen Nach­betreuung ins Tierheim kommen. (Alle Tiere werden bei der Abholung untersucht, können aber trotzdem Infekte in sich tragen, die durch Stress ausbrechen.) Bitte vorher zur Terminvereinbarung anrufen!
  • Für die hoffentlich vielen glücklichen Jahre, die noch folgen, klären Sie bitte mit einem Tierarzt Ihres Vertrauens, ob dieser auch außerhalb der Sprechzeiten in Notfällen erreichbar ist.

Wir bedanken uns, dass Sie einem unserer Schützlinge ein neues Zuhause schenken und wünschen Ihnen viel Freude mit Ihrem neuen „Familienmitglied“! Für Fragen erreichen Sie uns ein Katzenleben lang unter der Telefonnummer 07252/71650.


Einkaufsliste

Damit sich Ihre Samtpfote vom ersten Tag an wohlfühlt, haben wir für Sie eine Liste mit den wichtigsten Dingen zusammengestellt, die es zu besorgen gilt:

  • Futternapf
  • Wassernapf
  • Fertigfutter
  • Transportbox
  • Schlaf- und Kuscheldecke
  • Katzentoilette & Schauferl
  • Katzenstreu
  • Kratzbaum
  • Katzengras
  • Spielzeug (Sisalmäuse, kleine Bälle, etc.)

Wenn der Tag der Abholung aus dem Tierheim gekommen ist, bringen Sie bitte einen gültigen Lichtbildausweis, den Vergabebeitrag in bar sowie einen Transportkorb mit Decke mit.