» Die Ernährung des Hundes

Selbstverständlich bleibt Ihnen als Hundevater oder –mutter die Entscheidung vorbehalten, ob Sie Ihren Hund lieber mit Dosen- oder Trockenfutter ernähren oder selbst für Ihren vierbeinigen Gefährten kochen möchten. Wir hoffen aber, Ihnen mit diesem Infoblatt einige wichtige Anregungen bereitstellen zu können.

Erwachsene Hunde sollten 2 Mal täglich gefüttert werden – in unserem Tierheim wird mittags und abends gefüttert, natürlich können Sie aber auch morgens und abends füttern. Haben Sie aber erstmal Ihren Futterrhythmus gefunden, sollten Sie diesen auch beibehalten.

Das Futter sollte Zimmertemperatur haben und nach dem Spaziergang angeboten werden. Nach dem Fressen braucht der Hund Ruhe und sollte keinesfalls zum Spielen animiert werden. Vor allem bei größeren Rassen besteht hier die Gefahr der tödlichen Magendrehung.

Der Napf sollte nach jeder Mahlzeit gereinigt werden, Futterreste bitte nicht aufbewahren, sondern einfach bei der nächsten Fütterung entsprechend weniger Futter anbieten.

Frisches Wasser sollte den ganzen Tag zur Verfügung stehen, vor allem bei heißen Temperaturen und bei der Fütterung von Trockenfutter haben Hunde einen erhöhten Wasserbedarf. Bei Hunden, die sehr gierig fressen, können Sie das Trockenfutter vor der Fütterung etwas quellen lassen, damit es sich im Hundemagen nicht so stark ausdehnt. Einige Tiere lehnen gequollenes Trockenfutter aber ab.

Für Welpen gibt es im Fachhandel spezielle Produkte, die auf den erhöhten Energiebedarf der Hundekinder abgestimmt sind. Welpen sollten mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt bekommen – mit steigendem Lebensalter werden die Fütterungseinheiten langsam reduziert.

Bitte vergessen Sie nicht, dass Sie die Verantwortung dafür tragen, was und wie viel Ihr Hund täglich zu sich nimmt! Genau wie die Pralinen beim Menschen legen sich auch die gut gemeinten Leckerlis beim Hund als Fettgürtel um die Hüften. Übergewichtige Hunde haben oftmals Probleme mit den Gelenken und auch die Organe tragen bei starkem Übergewicht Schädigungen davon.
Futterhappen und Snacks daher von der täglichen Futtermenge abziehen, viel Bewegung machen und lieber zwischen­durch mal mit Streicheleinheiten oder Spielen loben. So vermeiden Sie, dass Ihr Vierbeiner sich bald nur noch rollend fortbewegen kann und stärken gleichzeitig auch die Bindung.

Wenn Sie sich dafür entscheiden, Ihren Hund selbst zu bekochen, bedenken Sie bitte, dass Hunde nicht nur Muskelfleisch bekommen sollten, sondern auch Gemüse, Kohlen­hydrate, Mineralstoffe und Vitamine benötigen. Die Futterzubereitung ist eine eigene Wissenschaft und sehr anspruchsvoll. Schnell kann es zu Mangelerscheinungen aber auch zu einer Überversorgung mit bestimmten Bestandteilen kommen.
Lassen Sie sich bitte von einem erfahrenen Tierarzt bei der Futterzusammenstellung beraten. Von der vegetarischen Ernährung des Hundes können wir nur dringend abraten, diese ist absolut nicht artgerecht!

Wir empfehlen die Ernährung des Hundes mit hochwertigem Fertigfutter. Das Futter sollte nicht zu oft gewechselt werden, da sich der Verdauungstrakt des Hundes auf die Futter­zusammensetzung einstellt. Futterumstellungen sollten immer nur langsam erfolgen!

Absolut tabu sind Geflügelknochen, Schokolade, gewürzte Speisen und rohes Schweinefleisch! Geflügelknochen splittern leicht und führen oftmals zur Erstickung. Rohes Schweinefleisch überträgt die für Hunde tödliche Aujezky’sche Krankheit.
Generell ist bei der Fütterung von rohem Fleisch Vorsicht geboten, da sich hier oftmals krankheitserregende Keime einnisten.
Schokolade enthält den für Hunde giftigen Inhaltsstoff Theobromin, der sich im Körper ansammelt und ab 200 Gramm potentiell tödlich ist. Ist Ihr Hund verrückt nach Schokolade, können Sie ihm spezielle Ersatzprodukte aus dem Zoofachhandel anbieten.


Zu guter Letzt haben wir noch einige Ernährungsirrtümer für Sie zusammengestellt:

Hunde brauchen Knochen

Bei Knochen besteht immer die Gefahr des Splitterns. Verletzungen im Verdauungstrakt und im schlimmsten Fall Ersticken sind die Folgen. Knochen können nicht vollständig verdaut werden und führen vor allem bei ernährungs­sensiblen Hunden zu Verstopfung. Das Nagebedürfnis der Hunde kann durch im Handel erhältliche Kauartikel befriedigt werden.

Hunde können Katzenfutter fressen

Werden Hunde dauerhaft mit Katzenfutter ernährt, führt dies zu ernsthaften Schäden im Organismus. Der hohe Eiweißgehalt führt oft zu Juckreiz! Hunde brauchen mehr Kohlen­hydrate und weniger Eiweiß als Katzen, weshalb im Hundefutter mehr Gemüse enthalten ist.

Hunde brauchen nur rohes Fleisch

Hunde lieben als Raubtiere zwar rohes Fleisch, es besteht aber keine Notwendigkeit, dieses anzubieten. Rohes Fleisch birgt immer das Risiko von Parasiten, Viren und Bakterien – vor allem immunschwache Tiere sollten daher auf rohes Fleisch verzichten.
Füttern Sie Ihren Hund ausschließlich mit Fleisch, riskieren Sie schwere Erkrankungen.

Hunde können Tischreste fressen

Hier sparen Sie eindeutig an der falschen Stelle – bekommt Ihr Hund ausschließlich Tischreste, sind früher oder später kostspielige Tierarzt­besuche vorprogrammiert. Gegen Nudeln, Reis und Kartoffeln ist aber nichts einzuwenden.

Hunde wissen, wieviel sie fressen müssen

Hunde wissen es leider nicht. Wie der Wolf frisst auch der Hund so viel wie er kann – es könnte ja sein, dass er in den nächsten Tagen keine Beute macht. Bitte seien Sie sich immer bewusst, dass Sie die Verantwortung dafür tragen, ob Ihr Hund auch in einem Jahr noch ein aufgeweckter und agiler Begleiter ist oder als Rolle auf vier Pfoten neben ihnen herhechelt.