» "Kaninchenflut" im Tierheim07. Mrz 2012

Unsere Tierheimleiterin Fr. Lydia Just berichtet:
Zur Zeit sind wir mehr als übervoll mit Kaninchen. Da wir einige weibliche Tiere bekommen haben, die geschlechtlich nicht getrennt waren, wurden wir zusätzlich mit einer Kaninchenbabyschar beglückt.
Überall gucken die Langohren aus den Käfigen und diese sind bereits gestapelt!
Und wieder ist ein junger Mann mit einer Schachtel ins Tierheim gekommen und wollte seine 2 Kaninchen abgeben. Eigentlich wollten wir ablehnen und bitten, sie noch ein wenig zu versorgen – bis wir sie zum Glück etwas näher betrachtet haben. Es waren zwei Angorakaninchen, die nur aus einer einzigen Filzplatte bestanden  und die Zehennägel 5 cm lang waren.
 
Am schlimmsten war allerdings, dass bei  einem Tierchen ein eingetrockneter Kotballen abrasiert werden musste, der schon mehr als gesundheitsgefährdend war.
 
Angorakaninchen sind wunderbar flauschige Tiere, die allerdings eigentlich Schwerstarbeit bedeuten.
Fast tägliche Pflege und genaue Beobachtung ist erforderlich, will man sie gesund und vital erhalten. Auch sind lange Nägel und Verschmutzungen bei kurzhaarigen viel leichter zu erkennen, da keine Fellbüschel darüber hängen.
Bei allen Rassen kann es vorkommen, dass die oberen oder die unteren Schneidezähne  aufgrund einer angeborenen Fehlstellung so lange wachsen, bis  sie in das Zahnfleisch hineinragen, schwerste Entzündungen hervorrufen und das Tier nicht mehr fressen kann.
Leicht kann eine Fehlstellung bemerkt werden, wenn ein auffälliges Sabbern zu erkennen ist und das Futter nicht mehr mit der anfänglichen Begeisterung aufgenommen wird.
Schnellstens sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, der die Zähne fachgerecht kürzt und zukünftige Maßnahmen erklärt.
 
Auch im Tierheim landen manchmal derartig pflegebedürftige und anspruchsvolle Kleintiere und immer hoffen wir auf Tierfreunde, die derartige zusätzliche Maßnahmen aus  Liebe zum Tier auf sich nehmen.
Zur Zeit warten viele Kaninchen auf neue Besitzer